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Die innovativsten Schweizer Unternehmen

2012, Bilanz
Prof. Dr. Torsten Tomczak / Dr. Stephan Feige / Silke Lennerts/Oliver Gassmann

Swatch und Nestlé gelten als innovativste Firmen der Schweiz

HSG und htp St.Gallen untersuchen Innovationsgeist von Schweizer Unternehmen

Im neuesten Innovationsranking führen die Firmen Swatch, Nestlé und Novartis. Forschende der HSG haben 1600 Schweizer Unternehmen für die Rangliste untersucht. In Zusammenarbeit mit der htp St.Gallen Managementberatung hat das Center for Innovation der Universität St.Gallen (HSG) genau 422 Führungskräfte in der Schweiz zu ihrer Wahrnehmung von Innovationskraft befragt. Die Schweizerische Gesellschaft für Marketing (GfM) unterstützte die Studie.

Schweizer Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen sind im In- und Ausland für ihre gute Qualität bekannt, nicht aber für Erfindungsgeist. So das Ergebnis der Studie «Swissness Worldwide», welche HSG und htp St.Gallen im Jahr 2010 durchführten. Als Vorreiter in Sachen Innovation gelten Japan, Deutschland und die USA. Wissenschaftliche Studien belegen, dass sich die wahrgenommene Innovationskraft eines Unternehmens positiv auf Image, Kundenzufriedenheit und Erfolg auswirkt und daher auch wichtig ist.

«Schweizer Unternehmen sind durchaus innovativ. Mit dem Ranking wollen wir anregen, dass sich Schweizer Unternehmen stärker mit der Kommunikation ihrer Innovationskraft beschäftigen», sagt Professor Oliver Gassmann, wissenschaftlicher Leiter der Studie.

Swatch gilt als Erfindungsmotor

Nestlé ist in weltweiten Innovationsrankings der «Business Week» nach wie vor das einzige Schweizer Unternehmen. Dennoch wurde es in der Wahrnehmung der Schweizer von Swatch auf den zweiten Platz verdrängt. Der Uhrenhersteller weckt nach wie vor Emotionen mit seinen Produkten. Zahlreiche Ideen von Swatch sind mit dem Namen von Unternehmensgründer Hayek verbunden. Bei Nestlé wirken sich Nespresso und die Technologiefirma Nestec günstig auf die Wahrnehmung als ideenreiches Unternehmen aus.

Der diesjährige Aufsteiger des Rankings ist Novartis auf Platz drei. Ein deutliches Signal für die Öffnung von Innovation nach aussen ist z.B. das „Biocamp“, bei dem 60 Nachwuchsforscher weltweit für einige Tage auf den Novartis Campus eingeladen wurden.

Migros auf Platz 4 wurde unter anderem hinsichtlich Nachhaltigkeit als innovativ beurteilt. Bei der positiven Wahrnehmung der Migros spielte die Innovationskraft der Tochter LeShop eine wichtige Rolle. Durch die Akquisition von Digitec wird auch das Branchenranking Handel mit den Plätzen 1 und 3 von der Migros dominiert. Coop konnte im Bereich Handel Platz 2 verteidigen.

Weitere Aufsteiger sind die Emmi auf Platz 10 sowie die Neueinsteiger Swisscom, Lindt & Sprüngli und Freitag. Diesjährige Absteiger sind die Unternehmen Logitech auf Platz 7 nach 3 sowie Phonak/ Sonova, die von 6 auf Rang 13 zurückfallen.

Gute Chancen für kleine und mittlere Unternehmen


Wie das Branchenranking zeigt, zeichnet sich die Schweizer Wirtschaft im Bereich Mobilität/Logistik durch innovative Alternativen zur klassischen Mobilität auf; ein Bild, das man in anderen Industrieländern wahrscheinlich noch nicht so sieht. Auch haben hier kleine und mittlere Unternehmen, kurz KMU, wie Flyer und Mobility Car Sharing eine Chance.

Am innovativsten bewertet werden Unternehmen, die Innovation als dauerhaften Prozess begreifen und das ganze Unternehmen darauf ausgerichtet haben. Kurzfristige Erfolge in Innovation erzielen Unternehmen selten. Die Grossunternehmen sind nach wie vor in der Mehrheit der Top 15.
Zwei KMU sind unter den Top 15: Victorinox und neu Freitag. Dies zeigt, dass Grossunternehmen höhere Innovationskraft haben,  KMU in den Nischen aber durchaus Erfolg haben können.

Fazit: Innovation ist nach wie vor ein Mehrfrontenkampf, nur wenige Unternehmen setzen ausschliesslich auf Produkte. Die meisten Firmen sind auf mindestens zwei Feldern aktiv und ergänzen Produkte mit innovativen Kundenerlebnissen. Eine gute Entwicklung, sind innovative Kundenerlebnisse doch häufig eine Domäne amerikanischer Unternehmen wie Apple.

Innovativität regelmässig messen

Das Innovationsranking soll auch in den nächsten Jahren regelmässig erhoben werden. Die Studienleiter wollen damit eine «Währung» für die Vermarktung und Kommunikation innovativer Leistungen geschaffen. Auch bei Innovationen gilt die Devise «nur was gemessen wird, wird auch umgesetzt». Das Ranking soll Unternehmen motivieren, sich stärker mit der Kommunikation von Innovationsfähigkeit auseinanderzusetzen. So ist nicht nur die faktische Innovativität wichtig für den Erfolg, sondern auch die Wahrnehmung der Kunden.

Kontakte für Rückfragen:
Dr. Stephan Feige, Geschäftsführer htp St.Gallen, Tel: +41 (0)44 542 49 97, sfeige@htp-sg.ch

Prof. Dr. Silke Lennerts, Assistenzprofessorin und Geschäftsführerin des CFI-HSG, Tel. : +41 (0)71 224 72 18, silke.lennerts@unisg.ch

Prof. Dr. Oliver Gassmann, Center for Innovation (CFI-HSG ) am Institut für Technologiemanagement (ITEM-HSG), Tel.: +41 (0)71 224 72 21, oliver.gassmann@unisg.ch

htp St.Gallen
htp St.Gallen ist ein auf strategische Marketingberatung spezialisierter Spin-Off der Universität St.Gallen. Durch die enge Verbindung zur Universität und die über zehnjährige Beratungserfahrung verbindet die htp St.Gallen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse mit professionellen Beratungswerkzeugen zu «Marketing Know-How aus St.Gallen».

Universität St.Gallen (HSG)
Internationalität, Praxisnähe und eine integrative Sicht zeichnen die Ausbildung an der Universität St.Gallen (HSG) seit ihrer Gründung im Jahr 1898 aus. Heute bildet die HSG rund 7100 Studierende aus 83 Nationen in Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Rechts- und Sozialwissenschaften aus. Mit Erfolg: Die HSG gehört zu den führenden Wirtschaftsuniversitäten Europas. Im European Business School Ranking der «Financial Times» 2011 belegt die HSG den Platz 12.